Die interaktive Online-Weiterbildung findet in einer überschaubaren, geschlossenen Gruppe und im direkten Austausch mit Ihren Trainer*innen statt. Input, Gespräch, Kleingruppenarbeit, Chat und Reflexionsphasen wechseln sich ab.  Workshops, Gespräche mit Politiker*innen, Netzwerktreffen und eine gemeinsame Abschlusskonferenz in Präsenz für beide Weiterbildungsgruppen stärken Ihre Leadership-Kompetenzen.

Die Weiterbildung wird im Jahr 2021 zwei Mal angeboten. Die Veranstaltungen finden i.R. montags und mittwochs an insgesamt 16 Abenden von 18 – 21 Uhr von März bzw. Mai bis Oktober statt. Die Termine der Weiterbildungsreihen finden Sie im Bereich Bewerbung.

Die Weiterbildung wird über die Videokonferenzplattform „Zoom“ durchgeführt. Für die Teilnahme brauchen Sie einen Desktop-Computer mit Lautsprecher/Mikrophon und Kamera oder alternativ Headset und Kamera. Sie können auch ein Notebook, das meist Kamera und Lautsprecher/Mikro integriert hat oder Smartphone oder Tablet zur Teilnahme nutzen. In allen Fällen benötigen Sie eine stabile Internetverbindung.

 

Workshops

Workshop I: Migrant*innen als Leader

Begrüßung: Dr. Anwar Hadeed, amfn e.V.
Programmvorstellung: Sabine Bier, Projektleitung und -koordination, amfn e.V.

Migrant*innen als Leader
Die moderne Zuwanderungsgesellschaft bietet ehrenamtlich tätigen Migrant*innen die Möglichkeit, sich als „Leader“ zu profilieren und in die Gestalterrolle zu gehen. Die Voraussetzungen hierfür bringen immer mehr Migrant*innen durch ihre (Bildungs-) Biographie und ihr Know-How aus der Arbeitswelt mit. Die „Leader-Rolle“ zu übernehmen, heißt Vielfalt und Multiperspektivität zu repräsentieren und auf der Handlungsebene Change-Prozesse zu initiieren oder aber auch Bewährtes fortzuführen.

Doch was heißt das für die einzelne Person genau? Zum „Leader-Konzept“ gehört das Selbstverständnis als Führungsperson mit Charisma und Visionen zu führen. Es braucht die tiefe innere Überzeugung des „Leaders“, Menschen für eigene Ideen zu begeistern und konstruktiv zu wirken. Aus einer klaren Selbst- und Rollenreflexion heraus können in diesem Seminar eigene Ziele formuliert und Handlungsspielräume reflektiert werden. Genauso geht es auch darum, die genaueren nächsten Schritte zu überlegen und als „roten Faden“ in die nächsten Workshops zu nehmen.

Themen:

  • Diversität als Kompetenz
  • Eigene Ressourcen kennen und Ziele setzen
  • Wie sehen meine nächsten Handlungsschritte aus?

Trainerin: N.N.

Workshop II: Politik und Zivilgesellschaft im Wandel
1. Politik im Wandel
In diesem Workshop geht es darum, den Teilnehmer*innen einen Einblick in die strukturellen Gegebenheiten des politischen Systems und der politischen Kultur in Deutschland zu geben. Um erfolgreich politisch aktiv zu sein, ist es wichtig die zentralen Akteure und Institutionen im Prozess der politischen Willensbildung zu kennen und sich mit den im Grundgesetz verankerten Möglichkeiten zur politischen Teilhabe vertraut zu machen.
Welche Formen der politischen Beteiligung gibt es? Wieso beteiligen sich immer weniger Menschen an Wahlen und weshalb verlieren die Volksparteien ihre Stammwähler*innen? Wieviel Unterstützung benötigt ein demokratisches politisches System, um möglichst viele Interessen zu integrieren und dauerhaft stabil zu funktionieren.
Im Workshop werden wir das eigene politische Handeln reflektieren und erarbeiten, wie Migrant*innen ihre Interessen im politischen System Deutschlands repräsentieren können.

  • Die Entwicklung der Parteienlandschaft in Deutschland
  • Die zentrale Rolle von Parteien in der politischen Willensbildung
  • Jenseits von Wahlen: Möglichkeiten gesellschaftlicher und politischer Teilhabe
  • Wie verändert sich die politische Willensbildung durch Digitalisierung?
  • Die Verbindung von Partizipation und Integration

Trainerin:Dr. Iris Krimmel, Politikwissenschaftlerin und freiberufliche Schreibtrainern, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Bremen, Themen: Wahlbeteiligung, Politische Partizipation, Frauen in der Politik.

2. Ehrenamtliches Engagement von Migrant*innen - Erreichtes und Herausforderungen
Das ehrenamtliche Engagement von Migrant*innen ist vielfältig und sehr umfangreich. Trotzdem sind Migrant*innen in unterschiedlichen Organisationen und Verbänden selten in Leitungspositionen vertreten, außer in Migrantenselbstorganisationen. In diesem Workshop geht es um diese Themen:
Themen:

  • Überblick über ehrenamtliches Engagement von Migrant*innen
  • Was motiviert Migrant*innen sich ehrenamtlich zu engagieren, wofür und in welchen Organisationen?
  • Wie können wir die Interessen von Migrant*innen mehr Gewicht bekommen in Ehrenamt und Politik?
  • Welche gesellschaftlichen Veränderungen sind erforderlich, damit Migrant*innen leichter in Leitungs- und Entscheidungspositionen aufsteigen können?

Trainer: Vicente Riesgo. Seit 2018: Präsident der AEF-Spanische Weiterbildungsakademie e.V., frühere Tätigkeiten als Fachberater und Geschäftsführer des Bundes der Spanischen Elternvereine in der B. R. Deutschland e.V., Geschäftsführender Vorsitzender der AEF-Spanische Weiterbildungsakademie e.V., Mitglied des Integrationsrats der Bundesregierung sowie Träger des Bundesverdienstkreuz

Workshop III: Organisationskultur und Mikropolitik
Organisationskultur und Mikropolitik
Sie sind Migrant*in und seit geraumer Zeit ehrenamtlich engagiert. Jetzt wollen Sie einen Schritt weitergehen und streben eine Funktion im Vorstand oder eine Kandidatur an. Sie wollen Ihre Ideen, Vorschläge, Konzepte durchsetzen und Ihre Karriere voranbringen.
Vereine, Verbände, Parteien oder Gewerkschaften sind – wie Verwaltungen und Unternehmen auch – stark hierarchisch organisiert. Organisationen weisen viele gemeinsame informelle Regeln auf. Informell bedeutet: nicht gleich sichtbar. Das gilt insbesondere für Machtverhältnisse und Miss-/-erfolgsfaktoren für einen Aufstieg.
In zwei Schritten stärken wir Ihre Durchsetzungsfähigkeiten:
1. Organisationskultur, Aufstiegsfaktoren und Netzwerken

Auf diesem Weg werden Sie auf verschiedene Organisationen treffen, den Blick nach innen gewinnen und Ihre persönlichen Anknüpfungspunkte erkunden und ausloten. Seien es Vereine, Verbände, Parteien oder Gewerkschaften, sie alle teilen eine große Gemeinsamkeit: Überall besteht eine eigene Organisationskultur und damit ein eigenes Regelwerk. Eine innere Uhr, die tickt und formelle und informelle, sichtbare und unsichtbare, ausgesprochene und unausgesprochene, oft tradierte und nicht hinterfragte (Spiel-)Regeln festlegt. Diese stehen in Wechselwirkung zueinander und bestimmen Kommunikations- und Entscheidungsprozesse, vor allem aber Machtverhältnisse, die sich auf verschiedenen Ebenen ausdrücken. Sichtbare und unsichtbare Barrieren – sind sie die Karrierebremse, die nur Migrant*innen spüren und bei zähen Widerständen vielleicht scheitern? Was also braucht es, um sich erfolgreich durchzusetzen und bestehende Machtverhältnisse konstruktiv zu durchbrechen und verantwortungsbewusst für sich nutzen?

Dazu wollen wir uns im ersten Schritt damit befassen, wie Organisationen „so ticken“.
Wir werden hier einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wir erörtern die Aspekte

  • Wie ticken Organisationen und welche Regeln finde ich vor?
  • Welche Rolle spielt die Organisationskultur und wie vermeide ich Stolpersteine?
  • Wonach werden Kandidat/-innen ausgesucht/vorgeschlagen?
  • Wie wichtig sind Netzwerke?

Wir werden Regeln gemeinsam offenlegen und Instrumente für Ihre eigene Durchsetzungsfähigkeit auf Basis Ihrer Erfahrungen erarbeiten.

Trainerin: Marion Dix, freiberufliche Trainerin und Beraterin, ehemalige Leiterin der Fortbildung in der Polizeidirektion Hannover, hatte zahlreiche gewerkschaftliche Funktionen inne, Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für Gleichstellungsbemühungen

2. Macht, Mikropolitik und kluges Agieren
Auch die beste Idee setzt sich nicht von allein durch, nur, weil sie gut ist. Sie ist nur die eine Hälfte der Medaille. Ich muss meine Idee, mein Konzept, auch meine Person mehrheitsfähig machen. Das sollten Sie nicht dem Zufall überlassen, Sie brauchen einen Plan.

  • Welche Machtinstrumente kennen wir und wie sind sie einsetzbar?
  • Was bedeutet aktive Mikropolitik?
  • Welche Kraftfelder wirken und welche Interessen haben sie?
  • Wie sieht ein mikropolitischer Plan aus und wie setze ich Verhandlungstaktiken und Machtinstrumente klug ein?
  • Wie stelle ich mich strategisch auf?

Sie erhalten Werkzeuge für eine aktive Mikropolitik.

Trainerin: Marion Dix, freiberufliche Trainerin und Beraterin, ehemalige Leiterin der Fortbildung in der Polizeidirektion Hannover, hatte zahlreiche gewerkschaftliche Funktionen inne, Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für Gleichstellungsbemühungen

Workshop IV: Public Speaking
Public Speaking
Ein guter Auftritt, ein gelungenes Statement in Gremien, Mitgliederversammlungen und Arbeitstreffen entscheidet darüber, ob meine Anliegen überzeugen. Dieser Workshop-Tag zum Thema Präsentation“ gibt Ihnen Gelegenheit, kommunikatives Handwerkszeug für den Auftritt vor Gruppen kennenzulernen und einzusetzen. In vielen praktischen Übungen finden die Teilnehmer*innen heraus, was für sie von Nutzen ist, um in Gremien, Sitzungen und Versammlungen zielgruppengerecht aufzutreten und die eigene Sache kompetent und überzeugend vorzutragen.

  • Souverän auftreten: Körpersprache und Stimme
  • Inhalte zielgerecht darlegen: Struktur und „roter Faden“
  • Meinung vertreten: Argumentationsformen

Das Training besteht aus Vortrag, praktischen Übungen, Austausch im Plenum, Kleingruppen- und Einzelarbeit. Die Teilnehmer*innen gewinnen durch gegenseitiges Feedback mehr Klarheit über ihr Auftreten und ihre Wirkung auf andere.

Trainerin: Gudrun Stockmann, Dipl. Pädagogin, Sprecherzieherin (DGSS), Lehrbeauftragte der Universität Göttingen, überwiegend tätig für öffentliche Träger wie Medienanstalten, Universitäten, Kirchen und Vereine sowie Einzelpersonen

Workshop V: Aktiv in Führung – Migrant*innen gestalten Ehrenämter in Politik und Zivilgesellschaft
Führung in Ehrenämtern
Im Workshop haben Migrant*innen die Möglichkeit, sich intensiv mit allen Fragen rund um das Thema Führung in Ehrenämtern und zivilgesellschaftlichen Organisationen auseinanderzusetzen. Unter Leitung der Trainerin erfahren die Teilnehmer*innen mehr über unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen und damit verbundenen Führungsanforderungen wie z.B. Sitzungsleitung, Teamführung oder Moderationsaufgaben, aber auch die besondere ehrenamtliche Führungsrolle, die zwischen Moderation und motivierender Leitung liegt.

  • Anforderungsklarheit bezüglich Führungspositionen
  • Werteklarheit und Gestaltungswünsche
  • Transfer in den ehrenamtlichen Alltag

Die Arbeit im praxisorientierten Workshop berücksichtigt die individuellen Fragestellungen, Entwicklungsbedarfe und Interessen der Teilnehmenden.

Trainerin: Alexandra Busch, Expertin für das Thema „Führung in Wirtschaft, Wissenschaft und Ehrenamt“, Systemische Beraterin, Organisationsentwicklerin, Führungskräfte-Coach und Kommunikationstrainerin, 2014 vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet.

Kamingespräche

Inhalt
Im Gespräch mit erfolgreichen Politiker*innen und engagierten Ehrenamtlichen haben die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, mit Gästen über deren Werdegang, Höhepunkte und wie sie auch Schwieriges überwunden haben zu sprechen.

  • Evrim Camuz,Regionsabgeordnete in Hannover, Bündnis 90 / Die Grünen
  • Afra Gamoori, Stadträtin in Hannover, SPD
  • Dr. Christos Pantazis, Abgeordneter im niedersächsischen Landtag, SPD
  • Filiz Polat, Bundestagsabgeordnete, Bündnis 90 / Die Grünen
  • Yasmin Fahemi, Bundestagsabgeordnete, SPD
  • N.N.

Netzwerktreffen

Inhalt
Die Online-Netzwerktreffen bieten den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, Themen aus den Workshops und das eigene ehreamtliche oder politische Engagement zu reflektieren. Es gibt ausreichend Zeit zum Austausch und zur Vernetzung. Bei Bedarf werden Referent*innen eingeladen.

Abschlusskonferenz

Inhalt
Den Abschluss der Weiterbildungen bildet die Konferenz „Partizipation von Migrant*innen auf Leadership-Ebene“, die als Präsenveranstaltung für beide Weiterbildungsgruppen in der Region Hannover stattfindet. Das Programm der Konferenz wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben.
Die Förderung der Bundeszentrale für politische Bildung ermöglicht es, die Kosten für Übernachtung, Anfahrt und Verpflegung zu übernehmen.