Die interaktive Online-Weiterbildung findet in einer überschaubaren, geschlossenen Gruppe und im direkten Austausch mit Ihren Trainer*innen statt. Input, Gespräch, Kleingruppenarbeit, Chat und Reflexionsphasen wechseln sich ab. Die Weiterbildung wird über die Videokonferenzplattform „Zoom“ durchgeführt.

Für die Teilnahme brauchen Sie einen Desktop-Computer mit Lautsprecher/Mikrophon und Kamera oder alternativ Headset und Kamera. Sie können auch ein Notebook, das meist Kamera und Lautsprecher/Mikro integriert hat oder Smartphone oder Tablet zur Teilnahme nutzen. In allen Fällen benötigen Sie eine stabile Internetverbindung.

Workshops

Workshop I: Migrant*innen als Leader

Begrüßung: Dr. Anwar Hadeed, amfn e.V.
Programmvorstellung: Sabine Bier, Projektleitung und -koordination, amfn e.V.
Coaching-Angebot: Gerd-Michael Urbach, selbständiger Coach
15., 17. und 22. Juni von 18 – 21 Uhr

Migrant*innen als Leader
Die moderne Zuwanderungsgesellschaft bietet ehrenamtlich tätigen Migrant*innen die Möglichkeit, sich als „Leader“ zu profilieren und in die Gestalterrolle zu gehen. Die Voraussetzungen hierfür bringen immer mehr Migrant*innen durch ihre (Bildungs-) Biographie und ihr Know-How aus der Arbeitswelt mit. Die „Leader-Rolle“ zu übernehmen, heißt Vielfalt und Multiperspektivität zu repräsentieren und auf der Handlungsebene Change-Prozesse zu initiieren oder aber auch Bewährtes fortzuführen.

Doch was heißt das für die einzelne Person genau? Zum „Leader-Konzept“ gehört das Selbstverständnis als Führungsperson mit Charisma und Visionen zu führen. Es braucht die tiefe innere Überzeugung des „Leaders“, Menschen für eigene Ideen zu begeistern und konstruktiv zu wirken. Aus einer klaren Selbst- und Rollenreflexion heraus können in diesem Seminar eigene Ziele formuliert und Handlungsspielräume reflektiert werden. Genauso geht es auch darum, die genaueren nächsten Schritte zu überlegen und als „roten Faden“ in die nächsten Workshops zu nehmen. Dabei werden erste eigene Verknüpfungen zum Coaching-Angebot des Gesamtprogramms hergestellt.

Themen:

  • Diversität als Kompetenz
  • Eigene Ressourcen kennen und Ziele setzen
  • Wie sehen meine nächsten Handlungsschritte aus?

Trainerin: Latifa Kühn, IK-Trainerin, Mediatorin, systemischer Coach, Kommunikationstrainerin, Vorstandsmitglied einer migrantischen Selbstorganisation, ehemaliges Mitglied des Hamburger Integrationsrates

Workshop II: Politik und Zivilgesellschaft im Wandel

24. und 29. Juni, 18 – 21 Uhr

Modul A: Ehrenamt im Wandel
Dieser Workshop zeigt, was es heute heißt, in Vereinen oder in der Politik ein Ehrenamt, also eine Funktion im Verein oder ein Mandat in der Politik zu übernehmen.
Dazu werden wir uns zunächst die aktuellen Bedingungen anschauen, unter denen Ehrenamt heute stattfindet: Die Situation in vielen Vereinen, Verbänden und Parteien hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Teilnehmenden können sich so damit vertraut machen, welche Situation sie antreffen, wenn sie ein Ehrenamt übernehmen, lernen aber auch Möglichkeiten kennen, wie sie für sich ein solches Ehrenamt gestalten können. Wir besprechen, welche Anforderungen an ehrenamtliche Funktionsträger heute gestellt werden und welche Qualifikationen und Voraussetzungen hilfreich für die Amtsübernahme sind.

  • Veränderungen in der Gesellschaft – Veränderungen im Ehrenamt
  • Wie gehen Vereine und politische Organisationen mit diesen Veränderungen um?
  • Best Practice- Beispiele
  • Rollen und Aufgaben von Vereins-Vorständen und politischen Funktionsträger*innen
  • Anforderungen an Ehrenamtliche: Was sollten Sie mitbringen, wenn Sie ein Ehrenamt übernehmen wollen und was wünscht sich Ihre Organisation?
  • Ihre Wünsche und Vorstellungen zu einer ehrenamtlichen Tätigkeit?
  • Ihre persönlichen Voraussetzungen: Was bringen Sie mit? Was qualifiziert Sie für ein Ehrenamt? Über welche Stärken verfügen Sie?

Trainerin: Dr. Sabina Fleitmann, freiberufliche Organisationsberaterin für Vereine und Verbände, Beratung und Coaching für ehrenamtliche Vorstände, Vorsitzende und andere Funktionsträger.

Modul B: Politische Partizipation stärken
Das Recht auf Teilhabe auch im Bereich des Politischen ist ein Menschenrecht. Doch die Realität sieht trotz Möglichkeiten wie Petitionen, Bürgerbeteiligungsverfahren, der Mitarbeit in Parteien oft anders aus. Die Interessen von Migrant*innen werden oftmals bei politischen Entscheidungen oder auch innerhalb von (politischen) Initiativen, Parteien und zivilgesellschaftlichen Vereinen nicht berücksichtigt. Eine verbesserte politische Beteiligung liegt somit nicht nur in der Beteiligungskultur in Politik und Organisationen, sondern auch in den Möglichkeiten und Strukturen zivilgesellschaftlichen Akteur*innen. In dem Workshop sollen die eigenen Strukturen reflektiert werden und Impulse für mehr Mitbestimmung und Partizipation erarbeitet werden.

  • Was ist gute Beteiligung und Mitbestimmung für mich?
  • Welche Definition und Formen von Beteiligung gibt es?
  • Welche Herausforderungen stellen sich in Bezug auf die Beteiligung von Migrant*innen in Politik und zivilgesellschaftlichen Institutionen?
  • Wie kann ich in meiner Organisation Mitbestimmung und Beteiligung fördern?

Trainerin: Anne Dwertmann, Geschäftsführerin des LidiceHaus, Themen: Bildungsmanagement, Demokratiebildung, Mitbestimmung und Partizipation

Workshop III: Organisationskultur und Mikropolitik

1., 6., 8. und 13. Juli von 18 – 21 Uhr

Organisationskultur und Mikropolitik
Sie sind Migrant*in und seit geraumer Zeit ehrenamtlich engagiert. Jetzt wollen Sie einen Schritt weitergehen und streben eine Funktion im Vorstand oder eine Kandidatur an. Sie wollen Ihre Ideen, Vorschläge, Konzepte durchsetzen und Ihre Karriere voranbringen.
Vereine, Verbände, Parteien oder Gewerkschaften sind – wie Verwaltungen und Unternehmen auch – stark hierarchisch organisiert. Organisationen weisen viele gemeinsame informelle Regeln auf. Informell bedeutet: nicht gleich sichtbar. Das gilt insbesondere für Machtverhältnisse und Miss-/-erfolgsfaktoren für einen Aufstieg.
In zwei Schritten stärken wir Ihre Durchsetzungsfähigkeiten:
Modul A: Organisationskultur, Aufstiegsfaktoren und Netzwerken
Dazu wollen wir uns im ersten Schritt damit befassen, wie Organisationen „so ticken“.
Wir werden hier einen Blick hinter die Kulissen werfen. Wir erörtern die Aspekte

  • Wie ticken Organisationen und welche Regeln finde ich vor?
  • Welche Rolle spielt die Organisationskultur und wie vermeide ich Stolpersteine?
  • Wonach werden Kandidat/-innen ausgesucht/vorgeschlagen?
  • Wie wichtig sind Netzwerke?

Wir werden Regeln gemeinsam offenlegen und Instrumente für Ihre eigene Durchsetzungsfähigkeit auf Basis Ihrer Erfahrungen erarbeiten.

Modul B: Macht, Mikropolitik und kluges Agieren
Auch die beste Idee setzt sich nicht von allein durch, nur, weil sie gut ist. Sie ist nur die eine Hälfte der Medaille. Ich muss meine Idee, mein Konzept, auch meine Person mehrheitsfähig machen. Das sollten Sie nicht dem Zufall überlassen, Sie brauchen einen Plan.

  • Welche Machtinstrumente kennen wir und wie sind sie einsetzbar?
  • Was bedeutet aktive Mikropolitik?
  • Welche Kraftfelder wirken und welche Interessen haben sie?
  • Wie sieht ein mikropolitischer Plan aus und wie setze ich Verhandlungstaktiken und Machtinstrumente klug ein?
  • Wie stelle ich mich strategisch auf?

Sie erhalten Werkzeuge für eine aktive Mikropolitik.

Trainerin: Marion Dix, freiberufliche Trainerin und Beraterin, ehemalige Leiterin der Fortbildung in der Polizeidirektion Hannover, hatte zahlreiche gewerkschaftliche Funktionen inne, Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland für Gleichstellungsbemühungen

Workshop IV: Souverän präsentieren

15. und 20. Juli, 18 – 21 Uhr

Souverän präsentieren
Ein guter Auftritt, ein gelungenes Statement in Gremien, Mitgliederversammlungen und Arbeitstreffen entscheidet darüber, ob meine Anliegen überzeugen. Dieser Workshop-Tag zum Thema Präsentation“ gibt Ihnen Gelegenheit, kommunikatives Handwerkszeug für den Auftritt vor Gruppen kennenzulernen und einzusetzen. In vielen praktischen Übungen finden die Teilnehmer*innen heraus, was für sie von Nutzen ist, um in Gremien, Sitzungen und Versammlungen zielgruppengerecht aufzutreten und die eigene Sache kompetent und überzeugend vorzutragen.

  • Souverän auftreten: Körpersprache und Stimme
  • Inhalte zielgerecht darlegen: Struktur und „roter Faden“
  • Meinung vertreten: Argumentationsformen

Das Training besteht aus Vortrag, praktischen Übungen, Austausch im Plenum, Kleingruppen- und Einzelarbeit. Die Teilnehmer*innen gewinnen durch gegenseitiges Feedback mehr Klarheit über ihr Auftreten und ihre Wirkung auf andere.

Trainerin: Gudrun Stockmann, Dipl. Pädagogin, Sprecherzieherin (DGSS), Lehrbeauftragte der Universität Göttingen, überwiegend tätig für öffentliche Träger wie Medienanstalten, Universitäten, Kirchen und Vereine sowie Einzelpersonen

Workshop V: Aktiv in Führung – Migrant*innen gestalten Ehrenämter in Politik und Zivilgesellschaft

11. Juli von 13 – 16 Uhr (Samstag!), 22. Juli, 18 – 21 Uhr

Modul A: Gespräch mit erfolgreichen Politiker*innen und ehrenamtlich Engagierten mit Migrationshintergrund
Im Gespräch haben die Teilnehmer*innen Gelegenheit, mit den Gästen über deren Werdegang, Höhepunkte und wie sie auch Schwieriges überwunden haben, zu sprechen.

  • Yasmin Fahimi, Bundestagsabgeordnete
  • Belit Onay, Oberbürgermeister, Hannover – angefragt
Modul B: Abschluss – Führung in Ehrenämtern
Im Workshop haben Migrant*innen die Möglichkeit, sich intensiv mit allen Fragen rund um das Thema Führung in Ehrenämtern und zivilgesellschaftlichen Organisationen auseinanderzusetzen. Unter Leitung der Trainerin erfahren die Teilnehmer*innen mehr über unterschiedliche zivilgesellschaftliche Organisationen und damit verbundenen Führungsanforderungen wie z.B. Sitzungsleitung, Teamführung oder Moderationsaufgaben, aber auch die besondere ehrenamtliche Führungsrolle, die zwischen Moderation und motivierender Leitung liegt.

  • Anforderungsklarheit bezüglich Führungspositionen
  • Werteklarheit und Gestaltungswünsche
  • Transfer in den ehrenamtlichen Alltag

Die Arbeit im praxisorientierten Workshop berücksichtigt die individuellen Fragestellungen, Entwicklungsbedarfe und Interessen der Teilnehmenden.

Trainerin: Alexandra Busch, Expertin für das Thema „Führung in Wirtschaft, Wissenschaft und Ehrenamt“, Systemische Beraterin, Organisationsentwicklerin, Führungskräfte-Coach und Kommunikationstrainerin, 2014 vom Bundeswirtschaftsministerium als Vorbildunternehmerin ausgezeichnet.

Abschluss mit Zertifkatsübergabe
Dr. Anwar Hadeed, Geschäftsführer, amfn e.V.
Sabine Bier, Projektleitung und -koordination, amfn e.V.

Coaching-Inhalte

Coaching ist ein individuelles Beratungsangebot, das bekannt ist aus professionellen Kontexten für Fach- und Führungskräfte. Coaching ist eine Vier-Augen-Beratung, zeitlich begrenzt und thematisch klar umschrieben. Das Vorgehen hierbei ist immer vertraulich, partnerschaftlich und teilnehmer*innenorientiert.

Coaching
Coaching ist ein individuelles Beratungsangebot, das bekannt ist aus professionellen Kontexten für Fach- und Führungskräfte. Coaching ist eine Vier-Augen-Beratung, zeitlich begrenzt und thematisch klar umschrieben. Das Vorgehen hierbei ist immer vertraulich, partnerschaftlich und teilnehmer*innenorientiert .

Im Verlauf der Weiterbildung können die Teilnehmer*innen ergänzend zu den Workshops 3 Coachingsitzungen in Anspruch nehmen. In den Sitzungen können sie individuelle Fragestellungen aus dem Ehrenamt bearbeiten, um z.B. aktuelle Arbeitssituationen zu klären, Ergebnisse zu verbessern oder um sich auf zukünftige Ereignisse vorbereiten zu können. Die Teilnehmer*innen entwickeln neue Ideen, andere Perspektiven und individuelle Ansätze zur Problemlösung für ihre Anliegen. Beispiele der Teilnehmer*innen können sein:

  • Wie kann ich eigene und Kommunikationsmuster der Anderen verstehen?
  • Wie gelingt mir und anderen ein konstruktiver Umgang mit Diskriminierungserfahrungen?
  • Wie positioniere ich mich richtig, wie gehe ich strategisch vor?
  • Wie gewinnen meine Ideen Einfluss?
  • Wie nehme ich meine (Leadership-) Rolle an und wie fülle ich sie aus?

Coach: Gerd-Michael Urbach, Sozialpsychologe, Politikwissenschaftler, Coach, Supervisor, Dozent der Leibniz-Universität Hannover und an der Fachhochschule Hannover für Coaching, Beratung und Gruppenprozesse, Geschäftsführer der RubiCon GmbH für Organisations- und Personalentwicklung.